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Sichere Arzneitherapie im Alter: Die Beers-Liste

Dass einige Arzneistoffe bei älteren Menschen besonders problematisch sein können, ist schon seit vielen Jahren bekannt. In den USA erstellte bereits 1991 ein Team von geriatrischen Experten um Mark Beers eine Liste von Wirkstoffen, die Senioren häufig mehr schaden als nützen. Die "Beers-Liste" ist seitdem schon einige Male durch die American Geriatrics Society aktualisiert worden, das letzte Mal in 2012. Ein weiteres Update ist für 2015 geplant.

In der Klassifikation der Tools zur geriatrischen Medizin gehört die Beers-Liste zu den "Negativ-Listen", die diejenigen Arzneistoffe aufführen, die bei älteren Menschen ungeeignet sind. Dafür wird gelegentlich auch der Begriff "PIM" (potentially inappropriate medication) verwendet.

Die Beers-Liste wird nach den Leitlinien-Kriterien des Institute of Medicine erstellt und berücksichtigt dabei nicht nur die klinische Erfahrung, sondern auch die externe Evidenz aus klinischen Studien. Entsprechend wird auch für jeden Arzneistoff der Evidenzgrad sowie die Empfehlungsstärke aufgeführt. Die Beers-Liste enthält jedoch nicht nur eine reine Aufreihung der Arzneistoffe, sondern liefert auch wertvolle Hintergrundinformationen: So beschreiben die Autoren jeweils, welche Probleme auftreten können und in welchen Fällen eine Anwendung doch möglich ist (etwa bei Beschränkung von Anwendungsdauer oder Dosis).

Dass sich Nebenwirkungen von Medikamenten manchmal als Verschlechterung von Altersbeschwerden tarnen, wird in der Beers-Liste ebenfalls berücksichtigt: So gibt es eine separate Tabelle, die "drug-disease interactions" aufführt. Dort findet man Informationen, welche Arzneistoffe bestimmte geriatrische Syndrome verstärken können (z.B. Verwirrtheit oder Inkontinenz).

Die Beers-Liste und weitere ausführliche Informationen finden sich auf der Homepage der American Geriatrics Society. Daneben gibt es die Beers-Liste auch in einer Variante für die Kitteltasche sowie als Apps für iPhone/iPad und Android (kostenpflichtig).

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