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Sichere Arzneitherapie im Alter: Die PRISCUS-Liste

In der letzten Folge hatte ich die Beers-Liste vorgestellt, die sich auf den amerikanischen Arzneimittelmarkt bezieht. Der unterscheidet sich natürlich in den verfügbaren und verwendeten Wirkstoffen von den deutschen Gepflogenheiten. Aus diesem Grund wurde im Rahmen des BMBF-geförderten Verbundprojektes "Gesundheit im Alter" die PRISCUS-Liste entwickelt, die auch Bestandteil des Aktionsplans Arzneimitteltherapiesicherheit ist.

Im Rahmen des Projekts analysierte eine Forschergruppe Interaktionen, potentiell inadäquate Medikation (PIM) und Nebenwirkungen bei geriatrischen Patienten. Die Grundlage bildeten bestehende Listen, die problematische Arzneistoffe für Senioren aufführen (etwa die Beers-Liste aus den USA mit ihren Updates und entsprechende Verzeichnisse aus Kanada und Frankreich), die durch weitere Literaturrecherchen ergänzt wurden. In einer zweistufigen Expertenbefragung nach dem Delphi-Verfahren wurden von ursprünglich 131 Arzneistoffen letztlich 83 als „potentiell inadäquate Medikation“ (PIM) für geriatrische Patienten klassifiziert. Bei diesen Wirkstoffen sollte also der Einsatz besonders kritisch überprüft und wenn möglich vermieden werden. Die PRISCUS-Liste nennt auch mögliche Alternativen und Maßnahmen, wenn das Arzneimittel trotzdem verwendet werden soll.

Die PRISCUS-Liste wurde im Herbst 2010 veröffentlicht und ist frei verfügbar.Ausführliche Informationen zu den Hintergründen und der Methodik liefert ein Beitrag im Deutschen Ärzteblatt.


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