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Kongress-Splitter: Entscheidungshilfen


Am 15. und 16. März fand die 14. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks für evidenzbasierte Medizin statt. In loser Folge gibt es auf meinem Blog nach und nach dazu ein paar "Kongress-Splitter" mit Berichten über Vorträge, die ich interessant fand.

Los geht es heute mit einem kleinen Einblick in die Sessions zu Entscheidungshilfen. Da gab es vor allem zwei spannende Vorträge, die sich mit dem Thema "Entscheidungshilfen zum Thema Organspende" beschäftigten.

Tanja Richter vom Institut für Gesundheitswissenschaften der Universität Hamburg stellte eine Entscheidungshilfe vor, die sie gemeinsam mit Kollegen im Auftrag der AOK entwickelt hatten, und die online verfügbar ist (Abstract des Vortrags). Anhand der Entscheidungshilfe sollen Verbraucher zu einer informierten Entscheidung kommen, wie und ob sie einen Organspendeausweis ausfüllen wollen. Hier fand ich gelungen, dass die Autoren der Entscheidungshilfen eine ganze Reihe von verschiedenen Aspekten berücksichtigt hatten und dabei auch Themen wie religiöse Fragen, Menschenwürde und die Belastung für die Angehörigen nicht unter den Tisch fielen.

Corinna Schaefer vom ÄZQ beschäftigte sich mit der Fragestellung, wie eigentlich bei Themen wie der Organspende eine ausgewogene Information möglich ist, wenn die herkömmlichen Kriterien wie Evidenz, Risikokommunikation und Nutzen-Schaden-Abwägung nicht greifen (Abstract des Vortrags). Denn bei der Organspende spielten auch metaphysische und emotionale Aspekte eine wichtige Rolle. Sie stellte daher die These auf, dass in solchen Fällen unverzerrte und verlässliche Informationen öffentlich diskutierte Kritikpunkte adressieren sollten. Schaefer und Kollegen hatten daraufhin bei veröffentlichten Informationen zur Organspende untersucht, ob diese in den Publikumsmedien thematisierte Kritikpunkte berücksichtigten. Das war aber nicht in allen Veröffentlichungen der Fall. Spannend fand ich hier vor allem den Ansatz, in Tageszeitungen und Magazinen nach den Aspekten zu suchen, die die Öffentlichkeit tatsächlich interessieren.

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