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Lesetipp: Mehr Details für Evidenz-Synthesen

Wer sich einen schnellen Überblick über die bestverfügbare Evidenz verschaffen will, braucht zuverlässige Evidenz-Synthesen, sprich systematische Übersichtsarbeiten. Bisher bilden veröffentlichte Studienpublikationen einen wichtigen Baustein für die Auswertungen. Spätestens seit der Tamiflu-Story ist aber klar, dass die veröffentlichten Daten unter Umständen nur einen kleinen Bruchteil der erhobenen Daten darstellen. Systematische Reviews sind deshalb besonders anfällig gegenüber Publikationsbias.

Das Stichwort Tamiflu zeigt auch schon, wohin zukünftig die Reise möglicherweise gehen könnte: Eigene Auswertungen der clinical study reports (CSR) oder gar der individuellen Patientendaten aus den Studien, die die Zulassungsbehörden oder Hersteller veröffentlichen. Das regen zumindest Autoren um Tom Jefferson in einem Editorial in BMJ Evidence Based Medicine an.

Mehr und bessere Daten haben natürlich auch ihren Preis: In der Regel ist es aufwändiger und dauert es länger, solche Daten zu ve…

Update Podcast

Zum Podcast Evidenzbasierte Pharmazie gibt es eine erste Entwarnung: Der Episoden-Abruf über den Blog funktioniert wieder. Im Feed sind zumindest die Episoden dieses Jahres enthalten und lassen sich auch downloaden. Vielleicht bequemt der Feed sich ja über das Wochenende, wieder alle Episoden anzuzeigen. Ich halte euch weiter auf dem Laufenden...

Aktuelles zum Podcast Evidenzbasierte Pharmazie

Update 16.11.2018: Der Feed ist umgezogen und wohnt jetzt bei Podigee. Bei Podhost ist eine Umleitung eingerichtet, so dass der Podcatcher alles selbständig finden sollte.

Kurz zur Info: Der Feed ist down und der Episoden-Abruf funktioniert derzeit nicht, weil der Hoster versagt hat. Ich kümmere mich um Ersatz, befürchte aber, dass es noch ein Weilchen dauern könnte. Vielleicht wollt ihr euch in der Zwischenzeit mit den Evidenz-Geschichte(n) trösten?

Danke für euer Verständnis!

Linktipp: Schnelltest Risikokompetenz

In der August-Ausgabe erschien in BMJ Open eine Studie des Harding Center für Risikokompetenz. Darin haben sie Medizin-Studierende und ihre Dozenten einem Test für Risikokompetenz unterzogen und auch die Auswirkungen einer entsprechenden Fortbildung untersucht. Die erschütternden Ergebnisse kann man in der Publikation nachlesen...

Gleichzeitig hat das Harding-Center aber auch den Test auf Deutsch veröffentlicht. Habt ihr Lust, den mal durchzugehen? Kleiner Tipp: Wer sich bei den Antworten nicht sicher ist, sollte sich mal in dem zugehörigen #tweetorial der Evidenz-Geschichte(n) umsehen - da werden die Fragen nämlich alle aufgedröselt und erklärt.

Linktipp: #tweetorials

Vielleicht habt ihr es schon gesehen: Der Podcast "Evidenz-Geschichte(n)", den ich zusammen mit meiner Kollegin Silke Jäger produziere, hat seit September einen eigenen Twitter-Account. Und dort haben wir inzwischen schon fünf #tweetorials zu Themen rund um die Evidenz-Geschichte(n) und die evidenzbasierte Medizin veröffentlicht.

Wer noch kein #tweetorial gesehen hat: Das sind Tutorials auf Twitter. Sie bestehen aus mehreren miteinander verknüpften Tweets inkl. weiterführenden Links und auch Quizzes. So ist es leicht, über die Beschränkung von 280 Zeichen hinaus auch komplexere Sachverhalte verständlich aufzudröseln.

Schaut doch mal rüber - wir freuen uns über neue Follower, Favs und Retweets!

Lesetipp: Beschleunigte Zulassung

Im aktuellen Ärzteblatt gibt es einen Beitrag, der sich mit Nutzen und Risiken von beschleunigten Zulassungen beschäftigt. Als Experten werden dabei der Präsident des BfArM, Karl Broich, sowie für das IQWiG Stefan Lange befragt. Beide Interviews sind in der Langfassung online veröffentlicht.

Besonders die Argumente von Stefan Lange sind bedenkenswert. Er warnt - wie ich finde zu Recht - vor dem Problem, dass wir bei beschleunigten Zulassungen oft nur ein sehr begrenztes Wissen zu Nutzen und Risiken haben. Und dass die Daten, die nach der Zulassung generiert werden, oft nicht die Ansprüche erfüllen, die wir aus guten Gründen an Wirksamkeitsnachweise stellen (Stichwort: "real world data" = meist aus Beobachtungsstudien).

Gar kein Problem? Wie sich der Präsident des BfArM, quasi Deutschlands oberster Hüter für die Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln, äußert, finde ich dagegen mehr als bedenklich. Der Tenor seiner Antwort: Alles kein Problem, wir haben das im Griff.

Ma…

Von der #ganzohr2018: Wissenschaftspodcasts zwischen Zugänglichkeit und Komplexität

Seit einiger Zeit treffen sich unter dem Hashtag #ganzohr einmal im Jahr Wissenschaftspodcaster*innen zum Austausch und zur Horizonterweiterung. Die #ganzohr2018 fand Ende September in Wien statt, dieses Mal in Form eines besonderen Experiments: In Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, namlich dem Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationswissenschaften, ÖR1 als Radiosender mit diversen Wissenschaftssendungen und Vertreterinnen von Freien Radios. Wie man auf Twitter verfolgen konnte, verlief das nicht immer ganz spannungsfrei, aber größtenteils doch sehr inspirierend. Wer das nachvollziehen will, findet online das Programm und die Abstracts sowie inzwischen auch die Aufzeichnungen der Vorträge vom 1. Tag

Am Samstag gab es neben den Vorträgen auch Barcamps, die größtenteils spontan aus dem Kreis der Teilnehmer*innen entstanden. Ich hatte vorgeschlagen, sich explizit mit dem Thema "Zugänglichkeit und Komplexität" auseinanderzusetzen - un…