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Podcast Evidenz-Geschichte(n): Einfluss von Sternzeichen?

Im August 1988 erscheint in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" eine Studie, zu der auch eine Auswertung des Therapieeffekts nach Sternzeichen gehört. Was auf den ersten Blick als esoterischer Unsinn erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als didaktischer Geniestreich des britischen Statistikers Richard Peto.



Die Quellen gibt es wie immer auf der Podcast-Seite bei Podigee.

Podcast Evidenzbasierte Pharmazie: Journalclub im Juli

Im Juli schauen wir uns eine Studie an, die den Nutzen von Kürbiskernextrakt bei benigner Prostatahyperplasie (BPH) untersucht.

BPH ist eindeutig ein Krankheitsbild, das in ärztliche Behandlung gehört. Dennoch suchen viele Patienten auch Hilfe in der Selbstmedikation. Angeboten wird beispielsweise Kürbiskern-Extrakt. Aber welchen Nutzen kann man betroffenen Patienten tatsächlich versprechen?

In dieser Episode ist Viktoria Mühlbauer zu Gast. Sie gehört zum VdPP und wir kennen uns aus dem EbM-Netzwerk. Gemeinsam schauen wir uns eine Studie aus 2015 an.

Den freien Volltext der Studie könnt ihr euch hier herunterladen.

Vahlensieck W et al. Effects of Pumpkin Seed in Men with Lower  Urinary Tract Symptoms due to Benign Prostatic  Hyperplasia in the One-Year, Randomized,  Placebo-Controlled GRANU Study. Urol Int 2015;94:286-295 https://doi.org/10.1159/000362903

Weitere Infos zu Kürbiskern-Extrakt bei BPH findet ihr bei medizin-transparent (Stand 2017).

Und nun viel Spaß beim Zuhören und Mit-…

Hörtipp: Podcast "Free associations"

Zum Freitag gibt es mal wieder eine Podcast-Empfehlung:

Alle zwei Wochen erscheint seit September 2017 eine neue Episode des "Free Associations"-Podcasts. Darin widmen sich die Epidemiologen Matt Fox, Chris Gill und Don Thea von der Boston School of Public Health ihren liebsten Themen: Studien, Wissenschaft im Allgemeinen und was die Arbeit lustig und erträglich macht. Entsprechend gibt es im Podcast drei Abschnitte:

Im "Journal Club" nehmen die drei Gastgeber eine aktuelle Studie auseinander, oft auch zu einem Thema, das gerade durch die Nachrichten geistert: Schützt Schokolade vor Herzrhythmusstörungen? Wie wirken sich Süßstoffe auf das Körpergewicht aus? Und erhöht glutenfreie Ernährung das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Im zweiten Abschnitt geht es dann um Themen, die für die Wissenschaft als solche wichtig sind: Wie gut funktioniert das Peer-review-System? Was ist ethische Forschung? Und wie unterscheiden sich eigentlich eine Beobachtungsstudie und e…

Buchtipp: Unanticipated outcomes

Dass bei die Welt bei den medizinischen Fachzeitschriften alles andere als in Ordnung ist, ist kein Geheimnis. Nur selten hat man jedoch die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Den bietet die Autobiografie von Jerome Kassirer, dem ehemaligen Editor in Chief des New England Journal of Medicine (NEJM).

"Unanticipated Outcomes: A Medical Memoir" ist dabei auf mehreren Ebenen spannend: Es erzählt die Geschichte eines "underdogs", der es nach vielen Rückschlägen schließlich schafft, Medizin zu studieren und Arzt zu werden, der eine große Leidenschaft mitbringt und Interesse an seinen Patienten.

Noch interessanter ist jedoch der Teil, in dem er von seinen Erlebnissen beim NEJM in den Jahren 1991 bis 1999 berichtet: Beeindruckend ist seine Weitsicht, nicht nur nützliche Themen für den klinischen Alltag aufzunehmen, sondern auch diejenigen, die für gute Medizin notwendig sind, die Reflexion über das ärztliche Handeln anregen und oft ihrer Zeit voraus s…

Evidenzsprechstunde: Bei dicken weißen alten Männern hilft es doch...

Endlich gibt es mal wieder eine neue Folge der Evidenz-Sprechstunde. Und sie beschäftigt sich mit einem Thema (oder besser gesagt: Problem), das den geneigten Leserinnen und Lesern sicher häufiger in der wissenschaftlichen Literatur unterkommt: Subgruppenanalysen. Bei einer Subgruppenanalyse werden die Ergebnisse nach bestimmten Eigenschaften der Patienten nochmal anders ausgewertet, zum Beispiel: Ist der Nutzen bei Menschen über 60 höher als bei solchen bis 60 Jahre? Oder bei Männern höher als bei Frauen?

Schauen wir uns mal ein Beispiel aus der Werbung an, konkret aus einer Pressemitteilung zu einer Studie mit einem Ginkgo-Extrakt zur Vorbeugung einer Demenz. Da heißt es: "Ein Schutz vor Alzheimer kann bei langfristiger regelmäßiger Einnahme...erwartet werden: Bei Einnahme über mindestens vier Jahre war das Alzheimer-Risiko fast halbiert...Zwar reichte die Anzahl der Demenz-Fälle nicht aus, um die Wirkung für alle Studienteilnehmer statistisch zu beweisen. In einer vorab gepla…

Lesetipp: Zulassungsauflagen und die traurige Realität

Immer öfter werden neue Arzneimittel auf einer eher dünnen Studienbasis zugelassen. Die Idee dahinter: Neue Mittel sollen Patientinnen und Patienten schneller zur Verfügung stehen. Um die damit verbundenen Unsicherheiten im Hinblick auf Nutzen und Risiken aufzufangen, können die Zulassungsbehörden Zulassungsauflagen verhängen, zum Beispiel dass der Hersteller innerhalb eines bestimmten Zeitraums weitere Studien durchführen muss, die so genannten "Postmarketing-Studien".

Das System funktioniert natürlich nur, wenn sich die Hersteller an die Auflagen halten und die Zulassungsbehörden das entsprechend einfordern. Oft ist das allerdings nicht der Fall. Wie es darum in den USA bestellt ist, hat sich ein Autorenteam um Joshua Wallach in einer Analyse im BMJ einmal näher angesehen. Dazu haben die Autoren die Zulassungsauflagen aller zwischen 2009 und 2012 neu zugelassenen Arzneimittel zusammengestellt und bis Mitte November 2017 nachverfolgt. Da neue Erkenntnisse in der Fachöffent…

Hörtipp: Podcasts zu Hype-Themen

Am Wochenende noch nicht vor? Nur einfach entspannen? Dann sind vielleicht diese Podcast-Tipps etwas für euch:

In der vorletzten Folge des Podcasts von HealthNewsReviews geht es um das Hype-Thema "Mikrobiom". Wie weit ist die Forschung rund um den Zusammenhang von Darmbakterien und Gesundheit tatsächlich? Empfiehlt sich eine DIY-Stuhltransplantation? Nicht immer lecker, aber sehr aufschlussreich.

Personalisierte Medizin - noch so ein Buzzword. Darum kümmern sich James McCormack und Mike Allan vom Best Science Medicine Podcast in Episode 384. Unterstützt werden sie dabei von Tim Caulfield, einem Jura-Professor aus Kanada, der alle Arten von gesundheitsbezogenem Unfug aufs Korn nimmt. Was können wir aus genetischen Tests tatsächlich lernen? Verändert das Empfehlungen und Verhaltensweisen?

Aber ihr habt die beiden Podcasts ja sowieso schon abonniert, oder? ODER?