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Lesetipp: Wie viel Zeit sparen Surrogat-Endpunkte?

Einer der am häufigsten genannten Gründe für Surrogatparameter in klinischen Studien: Neue wirksame Medikamente sollen schnell in der Versorgung zur Verfügung stehen - dann ist keine Zeit, auf verlässlichere Ergebnisse mit patientenrelevanten Endpunkten zu warten. Aber wieviel Zeit würde das tatsächlich kosten?

Das hat sich ein Team um Vinay Prasad für onkologische Zulassungen einmal näher angesehen. Dazu haben sie die Zulassungsdaten von 107 Wirkstoffe in 188 Indikationen retrospektiv analysiert. Dabei stellte sich heraus: Um Daten zum Gesamtüberleben zu erhalten, vergehen durchschnittlich 11 Monate länger als für progressionfreies Überleben, im Vergleich zur Ansprechrate sind es 19 Monate. Allerdings weiß man aus Studien, dass Verbesserungen in Surrogatparametern oft nicht mit verlängertem Überleben, sprich patientenrelevantem Nutzen einhergehen. Dann muss man sich schon fragen, ob man diese - im Vergleich zur Gesamt-Entwicklungszeit doch eher kurze - Zeit nicht doch besser abwarte…

Lesetipp: Lektionen aus der PREDIMED-Studie

Lange galt die PREDIMED-Studie zum Nutzen der mediterranen Diät als Vorzeigebeispiel, wie sich Ernährungsempfehlungen systematisch in RCTs untersuchen lassen. Die schwache Evidenz aus den sonst üblichen epidemiologischen Studien zu solchen Fragen wird ja immer wieder kritisiert.

Letztes Jahr wurde allerdings bekannt, dass es Probleme bei der Randomisierung der PREDIMED-Studie gab. Das Forschungsteam zog die Studie zurück und veröffentlichte sie mit einer Neuauswertung als nicht-randomisierte Studie. Welche Probleme sich daraus ergeben, diskutiert ein Artikel eines Teams um John Ioannidis, der Anfang Februar im British Medical Journal erschienen ist.

BMJ 2019;364:l341

Evidenz-Geschichte(n): Falsche Sicherheiten

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts testen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung inkognito mehrere AIDS-Beratungsstellen. Die Fragen sind keinesfalls abwegig - aber sie bringen verheerende Wissens- und Kommunikationslücken ans Licht.



Die vollständigen ShowNotes findet ihr wie immer auf der Podcast-Seite bei Podigee oder noch einfacher, wenn ihr im Player auf das kleine "i" klickt.

Podcast Evidenzbasierte Pharmazie: Ausgabe Februar 2019

Gerade ist eine neue Episode des Podcasts Evidenzbasierte Pharmazie erschienen. Darin geht es unter anderem um die Evidenz zu Mitteln, die gerne bei Erkältungen gekauft werden, neue Erkenntnisse zu Nahrungsergänzungsmitteln für verschiedene Indikationen und freiverkäufliche HIV-Tests.

Die ShowNotes findet ihr auf der Podcast-Seite bei Podigee.




Lesetipp: Wissenschaftliche Auswertung zu COMPare

Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich an dieser Stelle vor einiger Zeit über das COMPare-Projekt berichtet habe: Ein Team im CEBM Oxford hat für einen Zeitraum von mehreren Wochen in den großen fünf medizinischen Journals RCTs analysiert und dabei verglichen, wie gut die berichteten Endpunkte mit denen im Studienregister übereinstimmen. Bei Diskrepanzen - und davon gab es eine erhebliche Anzahl - schrieb das Team einen Leserbrief an die jeweilige Redaktion und bat um Korrektur. Die Reaktionen waren - drücken wir es vorsichtig aus - sehr divers und reichten von zügiger Korrektur bis hin zu vollständiger Ablehnung. Ähnlich waren auch die Antworten der jeweiligen Forscher, die auf die Mahnung reagierten.

Gestern sind nun in "Trials" zwei wissenschaftliche Auswertungen des Projekts erschienen. Die erste Publikation enthält eine quantitative Analyse der Ergebnisse. In der zweiten Veröffentlichung gehen die Autoren den Fragen nach, was die Antworten der Forscher über ihr Wissen …

Lesetipp: Nebenwirkungen in systematischen Reviews

Aus gutem Grund gelten systematische Reviews als die beste Lösung, sich rasch einen fundierten Überblick über eine konkrete klinische Fragestellung zu verschaffen. Oft geht es dabei um die Effekte von therapeutischen Interventionen und meistens um die Frage nach dem Nutzen. Genauso wichtig ist aber der kritische Blick auf mögliche unerwünschte Effekte, sprich Nebenwirkungen. Denn nur im Vergleich von erwünschten und unerwünschten Auswirkungen einer Therapie lassen sich tatsächlich informierte Entscheidungen treffen.

Genau an dem Punkt Nebenwirkungen hapert es aber oft, gerade bei systematischen Reviews. Das zeigt eine Untersuchung, die im Dezember im J Clin Epidemiol vorab veröffentlicht wurde. Ein Autorenteam um Su Golder hat sich diejenigen Übersichtsarbeiten genauer angesehen, die über therapeutische Interventionen berichten und als primären oder sekundären Endpunkt (spezifische) Nebenwirkungen aufführen. Ausgesiebt wurden diese Arbeiten aus dem Register PROSPERO, das Protokolle f…

Veranstaltungstipp: EbM-Kongress

Weltweit zieht immer mehr die Digitalisierung in die Medizin und Gesundheitsversorgung. Aber wie gut sind Gesundheits-Apps, Systeme zur Entscheidungsunterstützung und Co. eigentlich im Hinblick auf Nutzen und Schaden untersucht? Mit diesen Fragen beschäftigt sich in diesem Jahr der EbM-Kongress unter dem Motto "EbM und digitale Transformation in der Medizin".
Wann: 21.-23.03.2019
Wo: Berlin, Virchow-Campus der Charité
Mehr Infos zum spannenden Programm und zur Anmeldung gibt es auf der Kongress-Webseite.