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Linktipp: Weltkrebstag und irreführende Aussagen zur Krebsfrüherkennung

Auch in diesem Jahr war der Weltkrebstag für einige Akteure auf Social Media wieder ein Anlass, scheinbar intuitive, aber eindeutig irreführende Botschaften loszuwerden. Leider gehörte auch der GKV-Spitzenverband dazu - und so habe ich mich dazu entschlossen, ein Tweetorial zur Krebsfrüherkennung daraus zu machen:

Vorschlag für ein lustiges Spiel: Wir machen bei diesem Tweet mal den Faktencheck. Ihr dürft schonmal anfangen, ich übernehme morgen. Wer ist dabei? @rob130285@silkejaeger@emmabunge Für Quellen gibt es doppelte Punktzahl. https://t.co/Fv3R2rdA4j — Iris Hinneburg (@irishinneburg) February 4, 2020

Wer sich nicht durch die einzelnen Tweets klicken will - ich habe das auch deutlich übersichtlicher in einem Twitter Moment zusammengefasst.

Lesetipp: Für bessere Evidenz ohne kommerzielle Einflüsse

Dass Interessenkonflikte wissenschaftliche Erkenntnisse verzerren können, ist schon lange bekannt. So fallen herstellergesponsorte Studien positiver zugunsten des neuen Produkts aus als unabhängige Untersuchungen. Das Problem setzt sich in der ärztlichen Fortbildung und in Leitlinien dann noch fort.

Wie aber kann die Unabhängigkeit von solchen Einflüssen gelingen? Das thematisiert eine Analyse, die Anfang Dezember im BMJ erschienen ist. Das sind in Kürze einige der Vorschläge:

Unabhängige Studien für Bewertungen von Behandlungen, Diagnostika und Technologien, z.B. im Bereich HTAZulassungsbehörden und andere Bewertungsinstitutionen dürfen keine Gelder der Industrie erhalten und ihre Angestellten keine kommerziellen Interessenkonflikte habenBei der Erstellung von Evidenzsynthesen soll der Zugriff auf die clinical study reports möglich sein und die Erstellenden dürfen keine finanziellen Verbindungen zu denjenigen haben, die von den Ergebnissen möglicherweise profitierenEin Stopp des Indu…

Lesetipps: Wie streng ist die Zulassung?

Der Start von 2020 ist eine gute Gelegenheit, nochmal einen kurzen Blick in das alte Jahr zu werfen... Schöner Einstieg, aber der Grund ist eigentlich ein anderer: Auf meiner Themenliste stehen noch einige Lesetipps, die ich 2019 nicht mehr geschafft hatte zu verbloggen ;-) In der Rückschau ergibt sich aber eine gemeinsame Frage dieser Veröffentlichungen: Wie streng sind eigentlich die Anforderungen, die die Zulassungsbehörden an die Evidenz neuer Arzneimittel stellen?

Dieses Thema ploppt in meinem Blog ja immer wieder mal hoch (hier die Suchergebnisse zum Stichwort "Zulassung") und ich finde es interessant, wie sich die Dinge im Laufe der Zeit entwickeln. tl;dr: Es wird nicht besser.

Bevor ich auf die einzelnen Publikationen eingehe, ein kurzer Disclaimer:
Ich habe nicht systematisch recherchiert, sondern dieser Blogpost basiert auf Artikeln, über die ich im Laufe von 2019 in den von mir abonnierten Inhaltsverzeichnissen medizinischer Fachzeitschriften gestolpert bin. Desh…

Evidenz-Geschichten: Die seltsame Geschichte des Schinken-Sandwich

“Careless pork costs lives” aka "Dein Schinken-Sandwich will dich töten": Wie können auf der Basis von seriösen wissenschaftlichen Studien solche sensationsheischenden Schlagzeilen entstehen? Der Weg führt oft über irreführende Risikoangaben.

Kleiner Tipp: Die ShowNotes könnt ihr direkt im Player sehen, wenn ihr auf das kleine "i" klickt.


Ende des Podcasts Evidenzbasierte Pharmazie

Ich habe lange mit mir gerungen, aber die Vernunft hat schließlich doch gewonnen: Ich schaffe es realistisch nicht, den Podcast Evidenzbasierte Pharmazie auf dem Niveau weiterzuführen, wie ich es mir wünschen würde. Und deshalb gibt es hier die kurze Abschiedsepisode.




Lesetipp: Was taugt PFS als Endpunkt in onkologischen Studien?

Vor einiger Zeit hatte ich ja bereits über Diskussionen zum Stellenwert bestimmter Endpunkte in onkologischen Studien berichtet. Seitdem haben sich aber noch einige lesenswerte systematische Übersichten angesammelt, die sich speziell dem progression-free survival (PFS), auf Deutsch dem progressionsfreiem Überleben widmen.

Vielleicht kurz vorab: PFS ist ein zusammengesetzter Endpunkt und misst die Zeit, bis eine der Komponenten eintritt (was auch immer zuerst kommt): Tod, radiologisches Fortschreiten (Tumorwachstum von mindestens 20%) oder symptomatisches Fortschreiten. Wie bei allen zusammengesetzten Endpunkten ist es auch beim PFS interessant, welche Komponente meistens die erste ist und damit der wesentliche Treiber für das Erreichen des Endpunkts. In den meisten Studien scheint das das radiologische Fortschreiten zu sein, was aber gleichzeitig auch die am wenigsten patientenrelevante Komponente ist [1].

Expert*innen diskutieren sehr kontrovers, ob PFS jetzt ein patientenrelevanter…

Screening ist doch immer gut - oder nicht?

Als ich Anfang Oktober einen Artikel für "Plan G" zum Thema Früherkennung geschrieben habe (€), ahnte ich noch nicht, dass es in den Tagen und Wochen danach unzählige aktuelle Anlässe geben würde, den Artikel zu posten und darauf hinzuweisen, dass Früherkennung nicht das gleiche ist wie Vorsorge und dass Früherkennung nicht immer nützt und manchmal sogar schadet. War vielleicht auch ein bisschen naiv, denn der Oktober ist ja als "Brustkrebs-Monat" etabliert und das ruft natürlich eine ganze Menge irreführende Werbung für Brustabtasten, Mammografie und Co. auf den Plan. Und im "Movember" geht es um Männergesundheit (also auch um Prostatakrebs, Hodenkrebs etc.). Also hätte mir eigentlich auch klar sein müssen, dass auch im November noch einiges zum Thema los sein würde (und der Monat ist noch nicht vorbei).

Schön wäre es, wenn sich die schlechten Beispiele nur auf die USA beziehen würden, z.B. wie hier ein atemberaubendes Exempel, wie schlechter Journalism…