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Posts

Lesetipp: Systematisch oder schnell?

Eine gründliche systematische Übersichtsarbeit braucht Zeit. So verwundert es nicht, dass die Erstellung von Cochrane Reviews leicht ein bis zwei Jahre dauert, manchmal sogar mehr. In manchen Fällen braucht man jedoch auch schnelle Zusammenfassungen, etwa wenn in einer gesundheitlichen Krise schnell politische Entscheidungen gefällt werden müssen. In den letzten Jahren sind deshalb sogenannte „Rapid Reviews“ in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Das Ziel ist es, den Review-Prozess zu beschleunigen. Welche Methoden dafür angewendet werden, ist sehr divers. Dazu gehören etwa Automatisierungstechniken bei der Literatursuche oder Datenextraktion, aber auch Abkürzungen bei der Methodik.

Sind Rapid Reviews deshalb unzuverlässiger als die herkömmlichen systematischen Reviews? Diese Frage wird derzeit intensiv beforscht. So ist im Mai eine Arbeit im Journal of Clinical Epidemiology erschienen (open access!), die die Konsequenzen der möglichen Abkürzungen systematisch untersucht hat.…

Evidenz-Geschichten: Große Zusammenhänge

Der Kardiologe Franz Messerli ist einer ganz großen Sache auf der Spur: Je mehr Schokolade in einem Land gegessen wird, desto mehr Nobelpreise werden an seine Bürgerinnen und Bürger verliehen. Wenn da nur nicht die Sache mit der Korrelation und der Kausalität wäre ...

Die vollständigen ShowNotes findet ihr wie immer auf der Podcast-Seite bei Podigee oder noch einfacher, wenn ihr im Player auf das kleine "i" klickt.

Podcast Evidenzbasierte Pharmazie: Ausgabe April 2019

Gerade ist eine neue Episode des Podcasts Evidenzbasierte Pharmazie erschienen. Darin stelle ich neue Evidenzaufarbeitungen vor: zu Zeckenstichen, Blasenentzündung und einem homöopathischen Mittel gegen Diabetes.

Die ShowNotes findet ihr auf der Podcast-Seite bei Podigee.

Twitter-Tipp: Von Mäusen, Ratten und relativen Risiken

Zu den größten Ärgernissen in der Berichterstattung über neue Forschungserkenntnisse gehört es, wenn Schlagzeilen suggerieren, dass es sich um Studien an Menschen handelt - und in Wirklichkeit waren es doch nur Ratten oder Mäuse. Oder genauso beliebt: "XY erhöht das Krebsrisiko" - und wenn man genau hinschaut, sind die beeindruckenden Zahlen eine relative Risikoerhöhung, die sich in absoluten Zahlen eher bescheiden liest.

Seit letzter Woche gibt es drei Twitter-Accounts, die solche Schlagzeilen aufspießen und mit lapidaren Kommentaren versehen: "in mice" - "in rats" - "relative to what?"

Das Ganze begann, als sich James Heathers (einer der Hosts des Everything Hertz-Podcasts) so ärgerte, dass er @justsaysinmice aufsetzte - die Geschichte könnt ihr übrigens hier nachlesen. Das inspirierte David Nunan (vom CEBM Oxford) zu @justsaysinrats und @Relative_2_What Legt man die rasch wachsende Zahl an Followern als Maßstab an (@justsaysinmice ist inzwis…

Lesetipp: Wie viel Zeit sparen Surrogat-Endpunkte?

Einer der am häufigsten genannten Gründe für Surrogatparameter in klinischen Studien: Neue wirksame Medikamente sollen schnell in der Versorgung zur Verfügung stehen - dann ist keine Zeit, auf verlässlichere Ergebnisse mit patientenrelevanten Endpunkten zu warten. Aber wieviel Zeit würde das tatsächlich kosten?

Das hat sich ein Team um Vinay Prasad für onkologische Zulassungen einmal näher angesehen. Dazu haben sie die Zulassungsdaten von 107 Wirkstoffen in 188 Indikationen retrospektiv analysiert. Dabei stellte sich heraus: Um Daten zum Gesamtüberleben zu erhalten, vergehen durchschnittlich 11 Monate länger als für progressionfreies Überleben, im Vergleich zur Ansprechrate sind es 19 Monate. Allerdings weiß man aus Studien, dass Verbesserungen in Surrogatparametern oft nicht mit verlängertem Überleben, sprich patientenrelevantem Nutzen einhergehen. Dann muss man sich schon fragen, ob man diese - im Vergleich zur Gesamt-Entwicklungszeit doch eher kurze - Zeit nicht doch besser abwart…

Lesetipp: Lektionen aus der PREDIMED-Studie

Lange galt die PREDIMED-Studie zum Nutzen der mediterranen Diät als Vorzeigebeispiel, wie sich Ernährungsempfehlungen systematisch in RCTs untersuchen lassen. Die schwache Evidenz aus den sonst üblichen epidemiologischen Studien zu solchen Fragen wird ja immer wieder kritisiert.

Letztes Jahr wurde allerdings bekannt, dass es Probleme bei der Randomisierung der PREDIMED-Studie gab. Das Forschungsteam zog die Studie zurück und veröffentlichte sie mit einer Neuauswertung als nicht-randomisierte Studie. Welche Probleme sich daraus ergeben, diskutiert ein Artikel eines Teams um John Ioannidis, der Anfang Februar im British Medical Journal erschienen ist.

BMJ 2019;364:l341

Evidenz-Geschichte(n): Falsche Sicherheiten

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts testen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung inkognito mehrere AIDS-Beratungsstellen. Die Fragen sind keinesfalls abwegig - aber sie bringen verheerende Wissens- und Kommunikationslücken ans Licht.



Die vollständigen ShowNotes findet ihr wie immer auf der Podcast-Seite bei Podigee oder noch einfacher, wenn ihr im Player auf das kleine "i" klickt.