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GRADE Teil 3: Die Qualität beurteilen

Bei der Beurteilung der Qualität spielt die Frage eine wesentliche Rolle: „Wie groß ist das Ausmaß des Vertrauens, dass die Effektschätzer adäquat sind, um eine bestimmte Entscheidung oder Empfehlung zu unterstützen?“ Dabei müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, etwa auch mögliche Risiken der Therapie. Deshalb geht der Qualitätsbegriff im GRADE-System auch über den Begriff „interne Validität“ hinaus. So können Studien zwar eine hohe interne Validität für einen bestimmten Endpunkt aufweisen, doch kann der Wert für eine Empfehlung gering sein, wenn etwa die Intervention nicht in ausreichendem Maß zur Verfügung steht oder für die Routineanwendung in einem Gesundheitssystem nicht finanzierbar ist. Deshalb führt eine hohe Qualität auch nicht zwangsläufig zu einer starken Empfehlung.

Das GRADE-System kennt vier Qualitätsstufen:
  • hoch
  • moderat
  • niedrig
  • sehr niedrig

Vom Ansatz her starten randomisierte kontrollierte Studien mit der Qualitätsstufe „hoch“, Beobachtungsstudien mit „niedrig“. Verschiedene Faktoren können dazu führen, dass die Qualität heruntergestuft werden: Risiko für Bias, Inkonsistenz, Indirektheit, fehlende Präzision und Publikationsbias. Es gibt aber auch Gründe für ein Heraufstufen der Qualität: Ein großer Effekt, eine Dosis-Wirkungs-Beziehung und wenn plausible Confounder die Schlüsse im Hinblick auf den Behandlungseffekt weiter unterstützen. Was das im einzelnen heißt, stelle ich in den nächsten Teilen der Serie vor. Mehr Details zu den Grundsätzen der Qualitätsbeurteilung gibt es im Originalartikel im JCE.

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