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Lesetipp: Wenn die Pressemitteilung mehr verspricht, als die Studie halten kann

Wer regelmäßig Pressemitteilungen aus dem Wissenschaftsbereich erhält, kennt das Problem: Bei Ergebnissen aus der Grundlagenforschung wird so getan, als wären damit alle Probleme mit Alzheimer, Krebs oder anderen Erkrankungen im wesentlichen gelöst. Und auch sonst werden Studienergebnisse übertrieben - in einem Ausmaß, dass sich bei kritischer Bewertung mit der eigentlichen Studie überhaupt nicht belegen lässt.

Wie eine Untersuchung im BMJ zeigt, hat das auch in der Öffentlichkeit bedauerliche Folgen: Journalisten lassen sich gerne von scheinbar einfachen Formeln wie "Brokkoli heilt Krebs" mitreißen - und die daraus resultierenden Artikel in Publikumsmedien leiten die Leser in die Irre. Dabei spielt auch wieder der Klassiker "Kausalität statt Korrelation" eine prominente Rolle.

Das begleitende Editorial von Ben Goldacre ruft dazu auf, dass die betreffenden Wissenschaftler nicht nur für die wissenschaftliche Publikation ihrer Studie, sondern auch für die resultierende Berichterstattung in den Publikumsmedien mehr Verantwortung übernehmen sollen - zum Beispiel dadurch, dass die Pressemitteilung neben der eigentlichen Studie veröffentlicht wird, so dass auch eine Kontrolle durch die Fachöffentlichkeit stattfinden kann.

BMJ 2014;349:g7015

BMJ 2014;349:g7465

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