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Unabhängige Zeitschriften: Das arznei-telegramm

Zuverlässige Informationen ohne Rücksicht auf (mögliche) Anzeigenkunden: Wer das sucht, wird am besten in unabhängigen Zeitschriften fündig. Sie finanzieren sich (meist) nur über Abonnements und verzichten vollständig auf Werbung. Die unabhängigen Zeitschriften zeichnen sich durch einen meist sehr kritischen Blick aus und verstehen sich damit auch als Gegenöffentlichkeit zum Pharmamarketing.

Für Mediziner und Pharmazeuten gibt es eine breite Auswahl an unabhängigen Zeitschriften und auch an Verbraucher ist gedacht. Die neue Serie auf meinem Blog stellt einige der unabhängigen Zeitschriften (in Deutschland und international vor). Vielen von ihnen gehören zur International Society of Drug Bulletins (ISDB), der internationalen Vereinigung der werbefreien Zeitschriften zur Arzneimitteltherapie. 

Los geht es heute mit dem arznei-telegramm:

Das arznei-telegramm wurde 1970 gegründet und informiert im monatlichen Rhythmus über neue Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit von Arzneimitteln. Die Ausgaben sind in Print und über die Webseite verfügbar. Zusätzlich gibt es für aktuelle Meldungen das blitz-a-t, das per Mail an Abonnenten zwischen den regulären Ausgaben versandt wird. Einige Beiträge, die keinen Platz im Heft finden, werden als e a-t ausschließlich auf der Webseite veröffentlicht.

Zusätzlich zu diesem Basisangebot unterhält das arznei-telegramm auch das "Netzwerk der gegenseitigen Information", in das die Leser Verdachtsfälle zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen einstellen können. Diese Datenbank ist schon wesentlich länger zugänglich als die entsprechenden Datenbanken des BfArM. Die a-t-Redaktion leitet relevante Verdachtsfälle an die zuständigen Behörden weiter.

Ein weiteres Angebot ist die a-t Datenbank, in der Bewertungen und viele weitere Informationen zu Arzneimitteln gesammelt sind. Die a-t Datenbank ist allerdings nicht im Umfang des a-t-Abonnements enthalten, sondern es muss zusätzlich eine Lizenz dafür erworben werden. Ich schätze an der a-t Datenbank vor allem die Recherchemöglichkeiten nach Nebenwirkungen (also z.B.: "Bei welchen Arzneistoffen kann Husten als Nebenwirkung auftreten?"). Die Angaben zu Häufigkeiten können allerdings von denen in den deutschen Fachinformationen abweichen, da auch andere Hinweise (etwa aus dem Netzwerk der gegenseitigen Information oder amerikanischen Fachinformationen) in die Datenbank einfließen.

Verantwortlicher Redakteur ist Wolfgang Becker-Brüser, die weiteren Redaktionsmitglieder und deren Interessenkonflikterklärungen finden sich im Impressum.

Der Preis (Stand Juni 2015): Ein Individual-Abonnement startet bei 50,30 EUR/Jahr für die Digitalausgabe (für Print- und Kombi-Abo sowie für Studenten und Institutionen abweichende Preise). Darin sind neben den Ausgaben auch der Zugriff auf das Archiv enthalten sowie die Möglichkeit, Fortbildungspunkte zu erwerben (Ärzte und Apotheker).

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